Dresden – Städtereise mit Fahrrad & Fernbus

Glücklich von MeinFernbus in der Neustadt abgesetzt schlinge ich meine FINN Handyhalterung um den Fahrradlenker, starte die Bike Citizens App und lande in wenigen Minuten im Lollis Homestay Hostel. Dort beziehe ich mein Bett im Frauenzimmer. Dessen Wände sind liebevoll im BRAVO-Style mit Postern von Robbie Williams und anderen Celebrities dekoriert. Mein Rad wird nachts sicher im Hof parken können.

Elberadweg & ein Besuch im Biergarten an der Augustusbrücke

Elberadweg - Das Blaue Wunder im Hintergrund Dresden
Elberadweg – Das Blaue Wunder im Hintergrund

Als nächstes Ziel gebe ich die Adresse des berühmten Pfunds Milchladen in die App ein – leider dürfen dort keine Fotos gemacht werden. Schau dir die schönen Kacheln auf der Webseite an. Ich trinke ein Glas frische Buttermilch zur Erfrischung. Und weiter geht es runter an die Elbe. Zuerst auf der Nordseite und dann weiter auf der Altstadtseite strampel ich den Elberadweg entlang. Der ist wunderbar ausgebaut, aber der Wind ist frisch, so dass ich mir das Blaue Wunder für den nächsten Tag aufspare.

 

Ein Narrenhäusl im Biergarten Augustusgarten
Ein Narrenhäusl im Augustusgarten

Zurück geht es mit Blick auf die Altstadt und weiter über die Augustusbrücke zu einem Biergarten, der direkt darunter liegt. Es wird langsam dunkel. Zur weiteren Orientierung befestige ich wieder mein Smartphone am Lenker und nutze die Bike Citizens App, die mich zur Markthalle in der Metzer Straße lenkt. Dort kaufe ich ein Paket Espresso bei der Dresdner Kaffee und Kakao Rösterei. Kaffee von lokalen Röstereien ist mein liebstes Souvenir oder Mitbringsel!

Abendlicher Streifzug durch die Antonstadt

Am Abend bummel ich zu Fuß durch das Quadrat um die Alaun-, Kamenzer- und Louisenstraße in der Äußeren Neustadt. Es ist eines der größten zusammenhängenden Viertel von Gründerzeitbauten in Deutschland und entsprechend schön. Viele Kneipen, Höfe, Hauseingänge, Möglichkeiten zum Essen und draußen Sitzen, kleine Ladengeschäfte dazwischen.

Schön verpackte Briefkästen Dresden Neustadt
Schön verstaute Briefkästen
Geparkte Räder im Hausflur Dresden
Geparkte Räder im Hauseingang

Ich liege schon im Bett als meine beiden Mitbewohnerinnen für die Nacht einziehen. Hostelleben bringt Hostelgeräusche mit sich wie ständig auf-und-zu-gezogene Reissverschlüsse am Gepäck der offenbar nicht gut koordinierten Spätankommerin, die aber auch schließlich ihr Bett bezieht.

 

 

Kulinarisches am frühen Morgen mit Osterbrötchen & Lukullus

Dafür bin ich die erste, die sich aus dem Bett schält, denn da es am späten Nachmittag schon wieder Richtung Berlin gehen wird, möchte ich den Tag voll ausnutzen.

Osterbrötchen Bäckerei Graf in Dresden
Osterbrötchen

Kaffee und Croissant in der Bäckerei Graf auf der Alaunstraße, die bereits seit 1715 (!) in Familienbesitz ist. Fahrradbügel direkt davor und viele Radler sind unterwegs. Soviele, dass die Autofahrerin, die kurz für den Brötchenkauf gehalten hat, Probleme mit dem Weiterfahren hat. Ich lerne, dass Kalte Schnauze in Dresden Lukullus heißt und nehme mir noch ein Osterbrötchen mit. Es schmeckt wie ein junger Stollen, etwas weicher und saftiger als das Weihnachtsgebäck.

 

Es holpert auf dem Körnerweg

Ich lasse mich von der App wieder an die Elbe lenken und fahre heute statt über die Albertbrücke auf der Nordseite unterhalb von Weinbergen, Schlösschen und Biergärten weiter. Kurz vor Erreichen des Blauen Wunders wird der Körnerweg allerdings sehr holperig. Wieder zuhause finde ich eine Info zur Planung des Ausbaus im Netz. Aber idyllisch ist es rund um das Körnerhaus, das illustre Gäste wie Goethe, Mozart und Schiller beherbergt hat. Pferde grasen auf einer Weide unter Obstbäumen und Katzen streifen durchs Gras.

Aufgang zum Biergarten am Elbradweg Dresden
Aufgang zum Biergarten am Elbradweg
Körnerhaus Dresden
Körnerhaus
Weidende Pferde am Körnerweg Dresden
Weidende Pferde am Körnerweg

 

 

 

 

 

 

Café Charlottes Enkel Dresden
Café Charlottes Enkel

Charlottes Enkel servieren Kaffee am Blauen Wunder

Auf der anderen Seite der Blauen Wunder-Brücke das krasse Gegenteil davon. Eine unübersichtliche Kreuzung von Straßen über die der Verkehr tost. Das kleine Café Charlottes Enkel liegt wie eine Oase in Lärm und Abgasen. Köstlicher Kaffee, Gebäck, dazu Zeitungen. Und die Nachbarschaft trifft sich im winzigen Laden zum Morgenkaffee auf einen Schnack.

Vom Blauen Wunder über den Elberadweg ins Zentrum

Blaues Wunder Dresden
Blaues Wunder

Über die Kreuzung hinweg geht es wieder an die Elbe hinunter. Auf dieser Seite ist der Radwanderweg sehr gut ausgebaut, viele Bänke am Weg laden zum Genießen der Aussicht ein. Am Fluss auf der einen Seite und endlosen grünen Wiesen auf der anderen entlang geht es Richtung historisches Zentrum. Dort parke ich mein Fahrrad hinter der Kunstakademie und bewege mich auf meinem Rundgang zu Fuß weiter. Über die Brühlsche Terrasse geht es durch die City, in der viel gebaut wird, bis zur Kreuzkirche. Der Aufstieg auf den Turm für 3 € ist sehr zu empfehlen. Als nächstes besuche ich den Zwinger und laufe vom Platz vor der Semperoper zurück zu meinem Rad.

Fahrräder an der Brühlschen Terrasse Dresden
Fahrräder an der Brühlschen Terrasse
Blick von der Kreuzkirche Desden nach Süden
Blick von der Kreuzkirche nach Süden
Blick von der Kreuzkirche Dresden nach Norden
Blick von der Kreuzkirche nach Norden
Vorplatz Semperoper Dresden
Vorplatz Semperoper

 

 

 

 

 

 

Elbwiesen & Altstadt-Silhouette Dresden
Elbwiesen & Altstadt-Silhouette
Radfahren auf dem Elberadweg Dresden
Ein-Radfahren auf dem Elberadweg

Die Phoenix Coffee Roasters, eine weitere Rösterei, habe ich mir ergoogelt und lande noch einmal an der furchtbar lauten Bautzner Straße, an der auch der Milchladen liegt. Keine Radfahrspuren und unglaublich viele und schnell fahrende Autos. Zum Glück gibt es Schleichwege dorthin, die mir die Bike Citizens App verrät. Mit 250g des Blue im Gepäck fahre ich wieder an die Elbe hinunter. Es ist einer der ersten richtigen Frühlingstage, die Wiesen sind voll mit Menschen, es wird angegrillt, überall parken Räder oder liegen im Gras. Ich reiße mich mühsam los, fahre über die Hauptstraße, eine Fußgängerzone in der Radfahren erlaubt ist, Richtung Hostel. Dort hole ich mein Gepäck ab, das ich den Tag über dort unterstellen durfte.

Die Dresdner lieben ihr Softeis & ein kleines Stück England in Dresden

Café Komisch Soft Eis Dresden
Anstehen beim Café Komisch
Melone-Vanille-Softeis FINN Handyhalterung fürs Fahrrad und Mission Workshop Rucksack Dresden
Melone-Vanille-Softeis

Dresden scheint Softeis-Metropole zu sein. Die Schilder dafür fallen mir viel häufiger ins Auge als das in Berlin so populäre Kugeleis in allen Variationen. Am Park um die Ecke vom Hostel entdecke ich wieder eines der Schilder und darunter eine lange Schlange an Menschen. Bald halte auch ich ein köstliches und erfrischendes Melone-Vanille-Softeis in der Hand.

Sandwich im England, England Dresden
Sandwich im England, England

Weiter geht es auf ein Sandwich ins England, England im selben Viertel. Etwas abseits vom Trubel ganz ruhig gelegen, gegenüber einer Kirche und dem kleinen Platz davor. Mir wird eines der besten Sandwiches, die ich je essen durfte, serviert. Mit Cheddar, Chutney und ganz stilecht mit Chips aus England. Dazu eine Zitronenlimonade. In dem großen und gemütlichen Raum werden auch englische Spezialitäten, Bücher und anglophile Kleinigkeiten verkauft. Zur Tea-Time gibt es Scones mit Clotted Cream.

Ich sitze draußen in einer der kleinen Fensternischen und beobachte Falken, die um den Turm der Martin-Luther-Kirche kreisen. Nebenan wird Graffiti von den Wänden entfernt. Sehr freundlich werde ich gebeten, mich umzusetzen, da der Wind die Chemikalien herübertreiben könnte. Schade allerdings, dass die Chemiesoße in den Gully abläuft.

Die Freundlichkeit der Menschen in Dresden

Das ist eine der positiven Beobachtungen, die ich mit ins grummelige Berlin zurücknehme. Es wird eindeutig mehr gelächelt und sich ins Gesicht geschaut. Und noch etwas fällt mir auf als ich wieder an der Haltestelle für MeinFernbus ankomme: Ich habe an den eineinhalb Tagen auf Dresdens Straßen nicht einmal meine Fahrradklingel benutzt! Die Muskeln meines „Klingelfingers“ fühlen sich ebenso entspannt an wie ich nach diesem Ausflug.

Tipps & Adressen

Besonders der Elberadweg macht Dresden zu einer idealen Stadt für einen Besuch mit dem Fahrrad. Aber auch die übrige Stadt macht einen guten Eindruck mit deutlich markierten Radwegen und Radfahrstraßen gegen Einbahnstraßen, die ein dichtes Netz über die Stadt ziehen. Auch das Miteinander von Autoverkehr, Fußgängern und Radfahrern scheint gut zu funktionieren.

Mit einer Radkarte würde ich allerdings nicht fahren wollen, glücklicherweise gibt es ein Dresden-Stadtpaket der Bike Citizens App, das auch Touren enthält.

Die historische Altstadt empfiehlt sich allerdings wegen der Stufen zur Brühlschen Terrasse hoch und enorm vieler Touristen überall lieber zu Fuß besichtigen.

Unterkunft
Lollis Homestay – Görlitzer Straße 34
€ 20 im Mehrbettzimmer inkl. Bettwäsche & Handtuch – auch kostenloser Fahrradverleih!
Das Hostel hat auch Einzelzimmer in Angebot.

Essen
Bäckerei Graf – Alaunstraße 31 – Mo-Sa ab 6.30 Uhr, So ab 7.30 Uhr
England, England – Martin Luther Straße 25 – 13 bis 19 Uhr

Biergarten
Augustusgarten – rechts der Augustusbrücke  vom historischen Zentrum kommend

Kaffee
Charlottes Enkel – Loschwitzer Str. 58 (am Blauen Wunder) – Mo-Fr 8 Uhr, Sa ab 9
Phoenix Coffee Roasters – Bautzner Str. 74 – Mi-Sa ab 10.00 Uhr

Eis
Café Komisch, Bischofsweg 50 – Softeis aus eigener Herstellung – Mo-So 10-22 Uhr

Elberadweg von Pieschen bis zur Albertbrücke – dort auf der Altstadtseite weiter zum Blauen Wunder. Oder mit der Johanna vom Johannstadt-Anleger aus übersetzen – Ticket 2 €.

Elbfähre Johanna transportiert auch Fahrräder Dresden
Elbfähre Johanna
Unter der Albertbrücke Dresden
Unter der Albertbrücke

 

 

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Rad-Bus-Rad – Mit Fernbus & Fahrrad reisen

Mein Fahrrad auf dem MeinFernbus Fahrradanhänger
Mein Fahrrad auf dem MeinFernbus Fahrradanhänger

Vor ein paar Wochen hat die Bahn erfolgreich ihre Fahrradtauglichkeit bewiesen.

In dieser Woche ging es mit MeinFernbus/Flixbus samt Fahrrad von Berlin nach Dresden. Die grüne Fernbusflotte ist zum Teil mit Fahrradanhängern ausgestattet. Allerdings leider noch nicht alle Busse und auch nicht auf allen Strecken. Deswegen ist etwas Planung und Flexibilität nötig.

Reservierung & Ticketkauf

Die Buchung des Tickets ist am einfachsten & schnellsten über die Webseite des Busunternehmens zu erledigen. Personenzahl & Anzahl der Fahrräder eingeben, um freie Plätze auf den gewünschten Strecken angezeigt zu bekommen. Da die Anhänger nur bis zu drei Rädern fassen können die Plätze schnell ausgebucht sein. Etwa 4 bis 6 Wochen vor dem Reisetermin werden die Tickets zum Verkauf freigeschaltet.

Preise & kostenlose Mitnahme für ADFC-Mitglieder

Der Normalpreis für das Fahrradticket ist 9 € pro Strecke. Für ADFC-Mitglieder ist die Fahrradmitnahme kostenfrei. Allerdings habe ich erst auf Nachfrage beim Kundenservice erfahren wie bei der Buchung vorzugehen ist:

Die Fahrten müssen einzeln gebucht & bezahlt werden – also keine Hin-und Rückfahrt auswählen bei der Buchung. Sonst wird die Eingabe im Gutscheinfeld nur einmal gezählt und die kostenlose Mitnahme ist nur für eine der beiden Fahrten möglich.

Nach Auswählen der gewünschten Fahrt wird der Preis für dein Ticket plus Fahrradmitnahme angezeigt. Jetzt im Feld „Gutschein einlösen“ die 8-stellige ADFC-Mitgliedsnummer & ADFC direkt davor eingeben – Beispiel: 12-345/12345678 => Eingabe: ADFC12345678. Der Gesamtpreis wird so um die 9€ reduziert.

Die Saison für die Fahrradmitnahme endet am 30. November 2015.

Fahrrad verladen, einsteigen & losfahren

Mindestens 15 Minuten vor Abfahrt des Busses solltest du an der Haltestelle sein. Bei meiner Fahrt ab Berlin-Alexanderplatz hatte der Bus leider wegen einer Vollsperrung auf der Strecke von Hamburg starke Verspätung, die per SMS angezeigt wurde. Die MeinFernbus-Haltestelle an der Alexanderstraße ist sehr ungemütlich für längere Wartezeiten, da es keine Bänke gibt. Aber zum Glück stehen dort ein paar ungenutzte Fahrradständer, um die Beine baumeln zu lassen.

Auch für den Busfahrer war es das erste Fahrrad, das er montieren musste. Sein Kollege hatte etwas mehr Erfahrung, so dass wir schnell gemeinsam die Riemen um die Räder & den Rahmenhalter festgezurrt & festgeschraubt haben.

Insgesamt eine sehr gute Erfahrung. Hilfsbereite & sehr freundliche Busfahrer. Angenehme Atmosphäre im Bus. Leider etwas unzuverlässiges WiFi. Aber dafür ein Fahrer mit sehr gutem Musikgeschmack, schöne Ausblicke auf Landschaft, Wild, Kraniche & kreisende Greifvögel.

Und zwischendurch wurde mir auf dem Monitor der Kamera am Heck des Busses gezeigt, dass auch mein Rad die Reise genießt.

Bei einem sehr hochpreisigen Fahrrad würde ich mir die Mitnahme gut überlegen, da es ungeschützt vor unterschiedlichsten Einwirkungen auf dem Anhänger ist. Aber mit meinem kleinen grünen Rad werde ich in diesem Sommer noch einige Städtereisen unternehmen.

Mehr über den Besuch in Dresden im nächsten Post!

Fahrrad & Bahn – einfach & erstaunlich günstig

Bahn & Bike Berliner Hauptbahnhof
Berliner Hauptbahnhof

Im letzten Sommer hatte meine Mutter sich bei einem Berlin-Besuch in ihr Leihfahrrad verguckt. Da es zum Verkauf stand, recht wenig gebraucht und gut in Schuss, haben meine Schwester und ich es ihr schließlich zum Geburtstag geschenkt. Versand wäre viel zu umständlich gewesen. Und im Vergleich zum Transport mit der Bahn auch deutlich teurer.

Fahrradticket & Stellplatz mit Bahnticket online buchen

Das Buchen des Fahrradtickets auf der Webseite der Bahn ist sehr einfach. In der Suchmaske einfach „Weitere Suchoptionen“ anklicken und dann „Fahrradmitnahme im Zug“. Dann werden nur die Verbindungen angezeigt, die entsprechende Abstellplätze in den Wagen anbieten. Leider ist es im ICE noch immer nicht der Fall. Aber die Bahn sucht offenbar nach einer Lösung für die Schnellzüge.

Das Fahrradticket kostet mit Bahncard 6 Euro – egal wie lang die Strecke ist. Der Normaltarif sind 9 Euro. Für die internationalen Strecken 10 Euro. Der Regionalverkehr bietet unterschiedliche Angebote, mehr Info dazu bei der Bahn hier.

Das Ticket für dich plus Fahrradmitnahme buchen. Für den Fahrradstellplatz muss das Ticket noch ausgedruckt werden, ein Handyticket dafür ist nicht möglich. Der Ausdruck muss im Zug am Fahrrad befestigt werden.

Wichtig: Hast du bereits eine Fahrkarte und möchtest das Fahrradticket dazubuchen, ist es online nicht möglich, sondern nur an den Verkaufsstellen der Bahn. Auch ist es nötig, den Stellplatz mindestens einen Tag vor der Fahrt zu buchen.

Fahrrad – Bahn – Fahrrad – Mit dem IC bis Büchen

So schnell bin ich noch nie vom Prenzlauer Berg zum Hauptbahnhof gedüst wie an diesem kalten Morgen im März. Kein Vergleich zu Fußweg-Tram-S-Bahn. Allerdings werde ich – es ist kurz vor 8! – im Mauerpark kurz von verwirrten Touristen angehalten, die danach fragen, wo die Mauer denn verlaufen sei.

Am Hauptbahnhof fahre ich mit dem Fahrstuhl direkt zum Gleis. Die Bahn ist pünktlich. Beim Einsteigen hilft netterweise jemand nach. Die Stufen hoch zur Tür und dann gleich links um die Ecke das Rad zu bugsieren ist gar nicht so einfach. Trotz meines täglichen Trainings hoch in den ersten Stock meiner Wohnung. Der Wagen ist fast leer, deswegen parke ich quer, sichere das Rad mit einem Spanngurt, befestige das Ticket und setze mich auf einen der Klappsitze gegenüber.

Die beiden Männer mit insgesamt vier Fahrrädern und Lastenanhängern haben es nicht ganz so einfach. Sie sind auf dem Weg nach Sylt. Ihre Frauen und Kinder sitzen in einem anderen Wagen.

Weiter mit dem Regionalzug & dem Fahrrad

Bahn & Fahrrad
Im IC Berlin-Büchen

Das Umsteigen in Büchen klappt problemlos. Trotz Treppe runter/Treppe hoch. Der Fahrstuhl ist mit Menschen und Koffern belegt.

In der Regionalbahn ist etwas mehr Trubel als im IC, nur widerwillig werden die Klappsitze im Fahrradbereich freigegeben, damit die Räder abgestellt werden können.

In Lübeck steige ich das erste Mal an einer Station aus, die näher am Haus meiner Mutter liegt als der Hauptbahnhof. Nur ist sie schlecht mit dem Bus zu erreichen, deswegen habe ich sie noch nie genutzt. Auf einem neu ausgebauten Radweg bin ich in nur wenigen Minuten am Ziel.

Dort habe ich etwas Mühe, die Überraschung bis zur Ankunft meiner Schwester zu verstecken. Was auch nicht ganz gelingt – erkennbar am trockenen Kommentar meiner Mutter: „Die Nachbarn haben Besuch mit dem Fahrrad, das kommt ja sonst nie vor…“.

Sicherlich wird es zu Stoßzeiten und vor allem im Sommer nicht so einfach und entspannt sein, wie ich meine erste Fahrradmitnahme auf einer längeren Strecke mit der Bahn erlebt habe. Dennoch würde ich es mit etwas Planung jederzeit wieder machen.

In einer guten Woche teste ich die Fahrt per Bus & Fahrrad nach Dresden – Bericht hier!