Über das Radfahren in Bologna

Wie fahrradfreundlich sind die Städte der Region Emilia Romagna im Norden Italiens?

Im Oktober habe ich innerhalb einer Woche Ravenna, Rimini, Ferrara und Bologna besucht.

Die Geräuschkulisse auf dem Weg vom Bahnhof über die Via dell’Indipendenza zur Unterkunft in der Nähe der Piazza Verdi im Studentenviertel ist eindeutig: Autos und Motorini dominieren den Verkehr in Bologna.

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Dennoch sind Fahrräder im Straßenbild sichtbar:

Sie teilen sich Abstellplätze mit den Motorini. In den Hinterhöfen sind sie geparkt. Und auf Wandmalereien verewigt. Anzeichen für eine Radwegestruktur sind vorhanden. Besonders deutlich zu sehen auf dem Mittelstreifen der Viale Ercolani, eine der stark befahrenen Routen rund um die Altstadt von Bologna. Doch auf den Hauptstraßen scheinen Radfahrende häufig als störend empfunden zu werden. Das Tempo des motorisierten Verkehrs ist hoch und es wird mit wenig Abstand überholt.

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Bei meinem ersten Stopp in der Dynamo Velostazione, der Anlaufpunkt in Bologna für Fahrradverleih, Werkstatt, geführte Fahrradtouren, und Fahrradparken in der Nähe des Bahnhofs, entdecke ich die Bike City Map. Diese Fahrradkarte wird von der Comune di Bologna herausgegeben und zeigt das Radwegenetz der Stadt auf. Fahrradfreundliche Verbindungen in die Außenbezirke sind dort markiert und Wege innerhalb des Altstadtkerns. Dazu gibt es Informationen zu Fahrradläden & -initiativen und zur Infrastruktur der Stadt, z.B. sind für 2016 insgesamt 5800 Fahrradstellplätze im Stadtzentrum geplant, in 2015 gab es nur 4300. Die fabelhafte Velostazione verdient einen eigenen Artikel, mehr dazu bald!

Lastenradfahren in Italien rollt langsam an

Falträder sind häufig zu entdecken. Lastenräder dagegen weniger. Bei einem Besuch im Spezial Cycle von Lorenzo erfahre ich mehr darüber. Er ist der einzige Vertreter für Christiania Bikes in Italien. Neben den Cargo Bikes aus Dänemark führt er weitere Marken wie Bicicapace aus Mailand, Xtracycle, Nihola. Das Interesse für die Transporträder wächst langsam. Parallel zur hoffentlich stetigen Verbesserung des Radwegenetzes werden sie sicher bald mehr in Bologna genutzt werden. Ein Bullit flitzt kurz nach dem Gespräch an mir vorbei. Und auf der Via dell’Indipendenza liefert ein Catering-Service per Christiania Bike an.

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An meinem letzten Morgen in Bologna verschlägt es mir den Atem. Die Via Vitale vor meiner Unterkunft ist mit Autos verstopft. Die Abgase sammeln sich unter den typischen Arkaden der Stadt. In einer Seitenstraße hole ich tief Luft und setze meinen Weg zur Dynamo Velostazione und einer Radtour durch die Altstadt fort.

Fazit: In Bologna gibt es noch viel zu tun…

Momentan ist es für Besucher sicher am schönsten, die Stadt zu Fuß zu entdecken. Oder auf einer der geführten Touren der Velostazione, die ab dem Frühjahr wieder im Angebot sind. Dort werden Routen gewählt, die das Radfahren im ungewohnten Verkehr Bolognas angenehm machen.

Ein Dank an alle Bewohner der Stadt, die das Rad nutzen & damit weitere Veränderungen unterstützen:

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Warum werden Altstadtkerne wie dieser nicht vom privaten Autoverkehr befreit?
Ein Wunsch, den ich auch für meine Geburtsstadt Lübeck habe.

Adressen & Tipps für Bologna

Touristeninformation
Bologna Welcome, Piazza Maggiore – gut für kostenlosen Stadtplan, Flyer, etc.

Bologna per Fahrrad
Dynamo Velostazione – Via Indipendenza 71/z – Fahrradverleih, geführte Touren, Werkstatt, Informationen zum Radfahren in Bologna, abends häufig Veranstaltungen & Bar

Eis
Il Gelatauro, Via San Vitale 98B – absolut bestes Eis in Bologna! Und bio. Im August geschlossen.
La Sorbetteria, Via Castiglione, 44DE – kleines Eis € 2,6o
Galliera 49, Via Galliera 49B – gutes Eis in der Nähe der Velostazion

Café & Bar
Caffè Rubik, Via Marsala, 31B -mit Kassetten dekoriertes kleines Lokal, wird abends zur Bar
Antica Bologna, Via San Vitale 88 – nettes Café mit sehr guten Backwaren

Lieblingsorte
Torre Asinelli, Piazza di Porta Ravegnana – 97m hoch, 498 Stufen, fantastischer Blick – Eintritt 3€
Öffnungszeiten: 9-19 Uhr im Sommer, 9-17 Uhr im Winter – der Turmwächter verspätet sich manchmal ein wenig.
Hof & Treppenaufgang des Palazzo Sanguinetti, Strada Maggiore 34 – Eintritt frei – Mo geschlossen
Basilica di Santo Stefano, Via Santo Stefano 24, auch bekannt als „Sette Chiese“, ein wunderschönes Ensemble aus sieben Kirchen verschiedener Bauarten, über die Jahrhunderte gewachsen. Vielleicht triffst du die schnurrende Kirchenkatze.

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1 Kommentar zu „Über das Radfahren in Bologna“

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