Radfahren im Regen

Ich habe meine Liebe zum Radfahren im Regen entdeckt.

Vielleicht sind es Kindheitserinnerungen, die hochgespült werden während ich um Pfützen kurve und ein paar Regentropfen sich in meinen Nacken verirren. Es erinnert an die Gischt, die ich früher beim Segeln gespürt habe. Spätestens damals habe ich auch gelernt, dass nasse Oberflächen rutschig werden, und ich mich lieber langsamer bewege.

Manchmal vergesse ich das. Oder glaube, dass ich es eilig habe.

Meine Begegnung mit dem Rand eines Gullydeckels, der mich ins Schlingern gebracht und fast hingeworfen hat, steckt bis heute in den Knochen. Auch der Sturz einer Radfahrerin auf den Tramschienen beim Abbiegen ist in meiner Erinnerung im Zeitlupentempo abgespeichert.

Mein Tipp der Tipps für das Radfahren bei Regen:

Ein langsameres Tempo anschlagen und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Vor allem wenn es bergab geht früher als gewohnt mit dem Bremsen beginnen. Heute früh rauschte jemand die Schönhauser Allee hinunter und hat den Bremsweg unterschätzt. Nichts passiert, aber auch nicht nötig.

berlin mitte bei regen radwegTramschienen im noch exakteren rechten Winkel überqueren als bei trockener Witterung. Immer den Blick auf Abdeckungen mit Metallschienen und Metalldeckel, die häufig auf Radwegen verbaut sind, haben. Auch aufgemalte Farbstreifen sind meistens rutschiger als normaler Straßenbelag. Vorsicht auch bei Kanten wie bei dieser Straßenführung in Berlin-Mitte. Geradeaus verläuft eine gern genutzte Radstrecke hoch in den Prenzlauer Berg.

Besser nicht die Fotos nachstellen auf denen fröhliche Menschen durch Pfützen preschen. Es sei denn du hast die Pfütze vorher nach verdeckten Schlaglöchern inspiziert.

Du hast keine Regenbekleidung? Ich auch nicht.

nasse stiefel und hose nach dem radfahren im regenHeute war ich im strömenden Regen von Kreuzberg nach Prenzlauer Berg unterwegs. An den Füßen hatte ich uralte und heißgeliebte Stiefel, die – gut gefettet – kein Wasser durchlassen. Dazu eine grüne Filzjacke, angeblich aus Schweizer Armeebeständen, die ich vor Jahren auf dem Flohmarkt gekauft habe. Der Stoff lässt keinen Tropfen durch. Auf dem Kopf saß eine Kappe der Berliner Designerin Anne Riss aus Baumwollstoff. An den Händen Handschuhe aus Fleece, die zwar feucht werden aber dennoch warm halten und schnell trocknen.

Nur die Hose ist etwas besonderes, die ich aber bei jedem Wetter trage. Sie ist speziell auf urbane Radfahrerinnen zugeschnitten. Seit Anfang 2011 besitze ich die Outlier Women’s Daily Riding Pants. In Brooklyn hergestellt habe ich sie kurz vor meiner Rückkehr nach Berlin noch dort gekauft. Glücklicherweise, denn es gibt leider keinen Vertrieb in Europa. Das Material ist unglaublich beständig, hält leichten Regen ab, bei stärkeren Schauern wird es zwar feucht, aber trocknet sehr schnell und klebt nicht unangenehm an der Haut wie eine Jeans. Noch habe ich keine der Hosen, die ähnlich gute Eigenschaften haben sollen, getestet. Es soll vergleichbare Modelle geben, manche davon sogar in UK und Europa hergestellt.

Ich habe gelernt, dass es nicht unbedingt nötig ist, sich mit spezieller Regenbekleidung auszustatten. So häufig regnet es nun auch wieder nicht. Wenn es wirklich schüttet, dann findet sich überall ein Unterstand. Und vor allem sind wir alle nicht aus Zucker. Zugegeben – es ist nicht schön, im Büro, Kino oder Kneipe mit klebenden Klamotten zu sitzen.

Trotzdem – Radfahren im Regen macht Spaß!
Probiert es einfach aus. Die frische Luft macht gute Laune und die Bewegung tut gut.

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