Weil ich mehr zu Fuß gehe

Vor kurzer Zeit wurde mir gesagt, dass ich eine gute Schreibe habe. Sehr schmeichelhaft. Dann war ich blockiert. Bis auf hingekritzelte Tagebucheinträge, endlose Listen und mehr oder weniger regelmäßige Tweets produzierte ich nichts. Immerhin, die 140 Zeichen hacken sich leicht in die Tastatur. Doch langsam löst sich die Starre. Und los geht’s:

Die letzten Winter gehörte ich zur „Es gibt nur falsche Kleidung“-Fraktion, propagierte das Winter Cycling und lästerte  lächelte milde über Schönwetterradler. Selbst zum Weihnachtsmarkt am Kollwitzplatz bin ich mit Fahrrad samt Anhänger gefahren. Das geschah allerdings unter selbstverursachtem Zwang: Ich hatte einen Stand zum Verkauf der I Bike Berlin-Sachen gebucht. Grausam war es. „Friede, Freude, Pustekuchen“ – ob meine Standnachbarin mit den Weihnachtskarten meine Zeile eigentlich verbraten hat?

In diesem Jahr ist einiges anders. Seit dem Kälteeinbruch vor einigen Wochen steht mein Fahrrad unberührt im Flur.

2016-11-14-15-57-27Ich gehe zu Fuß. Und ich genieße es. Zwischendurch springe ich manchmal in die Tram, U-Bahn, S-Bahn. Meistens laufe ich. Einer der Gründe ist, dass mein Kopf zu voll ist, um sicher von A nach B zu kommen. Radfahren kann entspannen, aber im Moment überfordert mich das Navigieren, vereisten Pfützen ausweichen, selbst das An- und Abschließen. Kürzlich ließ ich mein gesamtes Schlüsselbund im Schloss stecken. Glücklicherweise steckte es noch, als ich diesen Aussetzer bemerkte.

Mit dem schleichenden Wechsel vom Fahrrad zu anderen Fortbewegungsformen hat womenroll, meine alte Website über das Radfahren in Großstädten, ihren Sinn verloren.

Die alten womenroll-Posts liegen nun hier. Spurensuchende ist nur Blog, keine Website mit vielen Unterseiten, Menüs und Gedöns. Damit beschäftige ich mich nur noch auf I Bike Berlin. Hier schreibe ich über Dinge, die mich interessieren. Viel über Berlin. Manches über Verkorkstes, oder auch Reisen, Bücher und Museen. Vor allem Museen, zu denen ich gerade eine ganz neue Liebe entdecke, ausgelöst durch #tweetups, Führungen und Veranstaltungen. Und durch einen Menschen, doch um den soll es hier nicht gehen, nur ganz am Rande, vielleicht. Ich überrasche mich gerne selbst.

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3 Kommentare zu „Weil ich mehr zu Fuß gehe“

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