Was soll das? Museums-Twittern

Es werfen sich weitere Fragen auf nach dem letzten Post mit der Beschreibung eines Museumsbesuchs in Smartphone-Begleitung:

Kannst du denn die Ausstellung überhaupt genießen? Lenkt das Posten nicht von der Führung ab? Und was bringt das überhaupt dem Museum?

Da ich in diesen Tagen die Max Liebermann-Ausstellung „Vom Freizeitvergnügen zum modernen Sport“ in der Kunsthalle Bremen besuchen durfte, ziehe ich sie direkt als Beispiel heran.

Auf der Website des Museums sind die Social Media-Profile schnell gefunden. Leider erfahren wir vom günstigen Angebot für die kombinierte Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Eintrittskarte für die Ausstellung erst zu spät: Als wir schon im Zug nach Bremen sitzen und einen in Verden aufgesammelten Flyer betrachten. Hätte ich mal die Website besser studiert.

Mit einem Audio-Guide am Ohr geht es in die Ausstellung hinein. Der ist exzellent gestaltet und gesprochen. Die Kuratorin Dr. Dorothee Hansen lässt mit spürbarer  Begeisterung an ihren Recherchearbeiten teilhaben.

Der Genuss am Museumsbesuch wächst für mich mit dieser Art von Unterstützung.

So kann ich Thema und in diesem Fall Gemälde und Zeichnungen genauer erfassen. Und das gelegentliche Texten eines Tweets veranlasst mich zum intensiveren Hinschauen und Nachfühlen. Zusätzlich ist es ganz simple Unterstützung des Hirns, denn was ich aufschreibe, das merke ich mir besser.

Bei organisierten TweetUps oder MuseUps wird die Konzentration stärker gefordert. Zu diesen Events werden speziell Twitter-Nutzer eingeladen, um während des Besuchs über das Erlebte zu berichten. Das kann manchmal zu Hektik führen. Aber die durch das Multitasking veränderte Wahrnehmung und intensive Kommunikation lockern auf und erzeugen damit eine neue Perspektive und erweiterten Fokus.

Wer nicht im selben Raum dabei ist, schaltet sich dazu:

Als Ablenkung empfinde ich das alles nicht.

Viele Museen öffnen sich inzwischen dieser Mitteilungsform und erhöhen damit ihre Reichweite. Die gute Vernetzung gerade kulturell interessierter Nutzer von Twitter trägt zusätzlich dazu bei. Auch visuelle Eindrücke lassen sich in Form von Bildern und Videos übertragen. Zusätzlich erhält man rasch Antwort auf eventuelle Fragen, wie weiter unten zu sehen. Dem Social Media-Team der Kunsthalle Bremen ein ganz besonderes Lob für seine Arbeit. Nur ein ganz kleiner Kritikpunkt: Nicht so günstig bei dieser Ausstellung ist die Platzierung des Hashtags #teamliebermann am Ausgang im Museumsshop. Der wäre am Eingang der Ausstellung besser aufgehoben, um ihn während des Rundgangs in die Tweets einzubauen.

Meine alte große Liebe zu Postkarten und handgeschriebenen Grüßen ist trotz der jüngeren digitalen Twitter-Liebe ungebrochen:

Wer ist beim nächsten Berliner MuseUp dabei? Ich freue mich schon drauf.

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