Alleinreisend

Stadtbier in der Joseph-Roth-DieleBeim Blättern im Reiseführer bin ich wieder darüber gestolpert.
Es missfällt mir, dieses Wort.

 

Vor ein paar Tagen saß ich in einer Kneipe, postete auf Twitter darüber und erhielt von einer Bekannten die Nachricht: „Toll, dass du das machst. So alleine. Würde ich nie machen.“

 

Bald werde ich in Lissabon sein. Außer Flug, Unterkunft und einer Fahrradtour ist nichts gebucht. Denn ich plane, besonders im Urlaub, gerne nichts. Nach dem Aufwachen schaue ich in den Himmel, erfühle die Temperatur, trinke dabei einen Kaffee und ziehe los: In eine Ecke der Stadt, ein Museum, ein Café, ein Geschäft, in einen Park, ans Wasser. Dahin, wo ich möglichst noch nicht war. Denn ich genieße es, in meinem Tempo neue Orte zu entdecken. So lange bleiben zu können, wie ich mag. In eine Gasse abzubiegen, obwohl der direkte Weg zum Ziel anders auf der Karte eingezeichnet ist.

 

Ebenso gerne gehe ich in Kneipen und Cafés. Am liebsten sitze ich dort am Tresen. Oder an einem kleinen Tisch mit Blick nach draußen. Das sind meine Plätze zum Beobachten, Lesen, Schreiben, einen Kaffee oder ein Bier trinken. Vor portugiesischem Bier wurde ich allerdings gewarnt.

 

„So alleine“, wie die Bekannte es empfindet, fühle ich mich nicht an diesen Orten. Und sollte ich angesprochen werden, was sie befürchtet, dann entscheide ich, ob daraus ein Gespräch wird. Meist lasse ich mich gerne ansprechen und halte einen kleinen Schnack.
Trotzdem mag ich es, morgens an einem vertrauten Ort zu starten und auf dem Weg nach Hause in der Stammkneipe einzukucken. Ich bin schon sehr gespannt auf mein Lissaboner Stammcafé und die Taverne.

 

Und wenn ich wieder in Berlin bin, suche ich mir endlich einen Stammspäti.
Mehr dazu bald.
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2 Kommentare zu „Alleinreisend“

  1. Als jahrelang sehr gern Alleinreisende erstmal: hab eine schöne Zeit! Die Worte und die Ängste des Umfeldes kenne ich gut. Ich bin viel mit dem Rad und Zelt unterwegs gewesen. Am Ende habe ich es kaum noch jemandem gesagt, weil alle so viel Angst hatten und ich es so sehr genoss, einfach auch allein zu sein und zu entdecken. Die Alleinreisen sind kürzer geworden, ich genieße sie noch immer sehr und würde auch gern gleich meine Sachen packen. Guten Flug und wunderbare Tage Dir!

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