Lissabon Tag 1 – Runter zum Tejo

Bei Sonnenuntergang über Cristo Rei-Statue, Ponte 25 de Abril, Stadtzentrum eingeflogen.

Menschen strömen in die Kirche Sao Vicente de Fora – es ist 18 Uhr, Sonntag – Gewusel von Autos und Taxen auf dem kleinen Vorplatz.

Dort hat mich auch mein Fahrer abgesetzt. Auf der Strecke vom Flughafen lauschen wir der Übertragung des Fußballspiels. „My team, Benfica“, sagt er strahlend, nachdem die Stimme des Kommentators sich mehrfach überschlagen hat. Und er freut sich auch darüber, dass er die kleine Gasse, die vom Kirchvorplatz zu meiner Unterkunft hochführt, auf Anhieb findet. Das Fahrgeld erlässt er mir.

Ich gehe los. Barfuß in Sneakers, Sommergefühl. Schmale Fußwege, einmal presse ich mich in einen Hauseingang während die 28er-Tram vorbeirumpelt. Sie fährt in Minutenabständen. Die Haltestelle liegt direkt um die Ecke.

Der Supermarkt liegt die Straße hoch, wurde mir gesagt. Mich zieht es den Berg runter, zum Wasser. Ein kleiner Junge rast und rüttelt auf einem Dreirad an mir vorbei. Manche Straßen sind für Autos gesperrt in Alfama. Treppen statt Wege. Überall hängt Wäsche. Ein kleiner Hund drückt seine Nase an den Laken vorbei und mischt sich in eine Unterhaltung zwischen zwei Kollegen ein. Viele Hunde, die spazieren geführt werden. Eine Katze huscht vobei. An einer Ecke stehen junge Männer neben Autos, scheint der abendliche Treffpunkt zu sein. Ein paar Stufen führen zu einer Terrasse mit Blick auf den Tejo. Es ist dunkel geworden und überraschend still. Musiker stimmen ihre Instrumente in einer Fado-Gaststätte.

Der Weg zurück führt mich über Stufen in eine abseits gelegene Gasse. Die Taverne ist bis auf einen mit einer Familie besetzten Tisch leer. Der Wirt schaut Fußball. Ich zwänge mich durch die metallene Falttür. Den Trick, sie weit zu öffnen, werde ich noch lernen. Ich bestelle gegrillte Sardinen, dazu gibt es süßlich schmeckendes Brot, Kartoffeln, etwas Salat. Erst einen Hauswein, dann meinen ersten Super Bock. Das Bier kommt in einem 0,2l-Glas. Niedlich. Mit der französischen Familie bin ich bis zum Ende der Mahlzeit schon fürs nächste gemeinsame Essen verabredet. Sie sind auch gerade gelandet und wohnen die Straße hoch.

Die steige ich nun doch noch einmal hoch und gelange auf einen kleinen Platz. Dort werden gerade die Tram-Schienen erneuert. Im Mini-Markt gibt es Mini-Bier. Eine Hipsterkneipe entdecke ich im Vorbeigehen und überall Pura Poesia-Aufschriften an den Wänden. Die portugiesischen Posts dazu werde ich mir später übersetzen lassen.

Heute lasse ich mich weiter treiben.

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