Lissabon Tag 3 – Über das Essen

Eben habe ich eingekauft. Das ist äußerst aufregend wenn man nicht einmal das portugiesische Wort für Butter kennt. Und dann ist die noch ganz anders verpackt, nämlich wie die Margarine. Margarine heißt wenigstens „margarina“, das macht es wiederum einfacher.

Zunächst greife ich im kleinen Lebensmittelgeschäft die Straße hoch nach einer Literflasche Bier. Direkt daneben liegt der Käse im Kühlregal. Teilweise ist er unverpackt, das macht mich stutzig. Schon steht ein sehr freundlicher älterer Herr neben mir. Er spricht kein Englisch, aber er versteht Italienisch. Auf meinen Wunsch hin wählt er mir einen Weichkäse und einen Hartkäse aus. Der Käse wird aus dem Regal genommen, in einem Nebenraum zerteilt und dann liebevoll verpackt übergeben. Den Preis ruft er der Dame an der Kasse quer durch den Laden zu.

Zwei Fleischereien liegen in Sichtweite, eine hat gerade keine Kunden, deshalb traue ich mich hinein. Hätte ich doch nur etwas Portugiesisch gelernt, es ist mir ein wenig peinlich, auf das Englische angewiesen zu sein. Nun liegt eine „very good“ Wurst im Kühlschrank, die besonders würzig sein soll. Ich bin gespannt, den Namen habe ich mir aufschreiben lassen, Chourico Alentejo. Danke an Meike von Smámunir für die kulinarischen Tipps!

Noch schnell in die Bäckerei, zwei Brötchen für je 20 Cent. Das Ablesen und Aussprechen der Brötchennamen kriege ich so gerade hin.

Nach meiner Francesinha, „kleine Französin“, zum späten Lunch reicht heute ein Glas Bier am Abend. Gestern entdeckte ich auf einer Wikipedia-Seite zum Thema Portugiesische Spezialitäten diese unglaubliche Version eines Sandwichs: Toastbrot gefüllt mit Steak, Schinken, Wurst und mit Käse überbacken. Übergossen mit einer kräftigen, dickflüssigen Soße aus Tomaten und Bier, gekrönt von einem Spiegelei und umringt von Pommes Frites. Die sehr freundliche Bedienung empfiehlt mir, nur die halbe Portion zu bestellen. Das ist echte Fürsorge. Die Menge ist völlig ausreichend, selbst nach einem stundenlangen Spaziergang am Tejo entlang. Ich war bei Marco am Jardim de Santos essen, absolute Empfehlung.

Weniger erfreulich war bisher meine Suche nach einem richtig guten Tosta Mista. In einem kleinen Café am Flohmarkt Feira da Ladra gab es heute keinen. Ich kaute auf einem faden Brötchen mit Rührei herum. Schön war es, in der Sonne zu sitzen, das Treiben zu beobachten. Doch bestätigt hat sich, dass ich weder Liebhaber von Flohmärkten noch von Galao bin. Ab jetzt wird wieder schwarzer Kaffee bestellt.

Eigentlich ist es nicht meine Art, mir über den Nachwuchs anderer Menschen überflüssige Gedanken zu machen. Doch heute habe ich mich gefragt, wo in Lissabon die Kinder tagsüber versteckt werden und werde mir gleich Informationen über das portugiesische Schulsystem anlesen. Am späten Nachmittag sah ich heute, wie einige Kinder aus der Tür eines Kindergarten purzelten. Der Nachhauseweg der älteren Schüler scheint erst nach 18 Uhr angetreten zu werden, da strömten sie aus der Escola Gil Vicente bei mir um die Ecke.

Und warum ist das Wappen von Lissabon mit einem Raben und einer Krähe, die ein Schiff bewachen, geschmückt? Im Vergleich zu Berlin existieren diese Vögel hier nicht.

Meine Fahrradtour und Stadtführung ist auf Donnerstag verschoben worden. Viel Zeit, um bis dahin viel zu lesen.

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